Ostbayern: Handwerk hat bei Jugendlichen weiter goldenen Boden

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Acht Prozent der neuen Lehrlinge in Ostbayerns Handwerksbetrieben haben Abitur.

Regensburg – Das ostbayerische Handwerk trotzt dem demographischen Wandel und dem Trend zur Akademisierung. Trotz dieser beiden großen Entwicklungslinien, die auch den rund 37.000 Handwerksbetrieben zwischen Tirschenreuth und Passau zu schaffen machen, bleibt die Zahl der neuen Ausbildungsverträge weitgehend stabil, wie jetzt die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz mitteilte. 5.700 neue Azubis durchlaufen aktuell ihr erstes Ausbildungsjahr. Das sind zwar rund 100 weniger als 2016. Die Zahl der Neuverträge liegt damit für den Zeitraum 2017/18 aber noch immer rund 100 über dem Vergleichswert von vor zwei Jahren. Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, spricht von einer erfreulichen stabilen Entwicklung.

Die beliebtesten Lehrberufe in Niederbayern und der Oberpfalz sind der Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Friseur und Schreiner. Rund zwei Drittel aller neuen Azubis verteilen sich laut Handwerkskammer in Ostbayern auf diese fünf Berufe. In der Beliebtheit gestiegen sind unter anderem die Holz- und Nahrungsbranchen – mit einem Lehrlingsplus von 3,5 Prozent. Einen Rückgang um fünf Prozent mussten hingegen die Baugewerke hinnehmen.
Das Ergebnis sei auch Folge eines gezielten Ausbildungsmarketings, sagt Schmidt. Zudem werde verstärkt kommuniziert, dass eine Lehre im Handwerk vielseitige Entwicklungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in der Heimat ermögliche. „Die Nachwuchskampagnen des bayerischen Handwerks wie ‚Macher gesucht‘, ‚Elternstolz‘ und die bundesweite Imagekampagne des deutschen Handwerks kommen nun zum Tragen.“ Das stetige Engagement von Handwerkskammern, Betrieben und Verbänden, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, zahle sich somit für alle aus.
Dafür, dass die Information ankommt, spricht nach Schmidts Worten auch, dass sich erneut mehr Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hochschulreife für eine Ausbildung im Handwerk entschieden haben. Die Anzahl der Lehrlinge mit mittlerer Reife liegt bei 33 Prozent. Der Anteil der neuen Azubis mit Hochschulreife bei acht Prozent. „Wieder mehr Jugendliche erkennen die duale Ausbildung als gleichwertige Option zur akademischen Laufbahn“, so Hans Schmidt weiter. „Mit über 130 Berufen und zahlreichen Weiterbildungsangeboten ermöglicht das Handwerk jedem Talent eine berufliche Zukunft.“

Foto: obx-news/1001color/Fotolia

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