Wo Bier und Honig fließen

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Nachhaltigkeit mit einem Summen im Ohr: Als erste bayerische Brauerei siedelt Bischofshof in Regensburg eigene Bienenvölker an. 
Regensburg – „Wo Bienen sind und Honig fließt, da ist Wohlergehen“, wussten bereits die alten Römer. Und Albert Einstein hat einmal gesagt: Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Weil die summenden Insekten auch in Bayern immer weniger Lebensraum finden, geht die Regensburger Stiftungsbrauerei Bischofshof als erste der gut 600 Brauereien im Freistaat jetzt mit gutem Beispiel voran: Drei Bienenvölker mit rund 60.000 fleißigen Honigproduzentinnen siedelten die Oberpfälzer jetzt auf dem Brauereigelände an. „Gerade weil wir als Brauerei natürliche Rohstoffe in höchster Qualität brauchen, fühlen wir uns verpflichtet, auf das Gleichgewicht in der Natur zu achten“, sagte Bischofshof-Brauereidirektor Hermann Goß bei der offiziellen Einweihung der drei „Bienenhäuser“ auf dem Gelände des Unternehmens in der Regensburger Innenstadt. 
Bischofshof ist seit Jahren Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit: Bereits vor zwölf Jahren, als das Thema noch keine großen Schlagzeilen machte, nahmen die Regensburger Brauer ein neues Sudhaus in Betrieb. Es gilt als das modernste der Welt und hilft, rund 40 Prozent an Primärenergie einzusparen. Ein eigenes Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzept gibt es bereits seit 2001. Derzeit entsteht auf dem Gelände eine neue Energiezentrale, mit der Bischofshof als erste bayerische Brauerei CO2-neutral werden möchte. Aktuell arbeiten die Brauer außerdem an der Zertifizierung mit dem weltweit anerkennen Gütesiegel FSSC 22.000, das den Verantwortungs- und Umweltgedanken noch stärker in den Fokus rückt. „Auch mit dem Bienenprojekt wollen wir wieder Vorreiter sein und uns um die Natur kümmern“, so Brauereichef Goß.
Die drei Völker sind getauft auf die Namen Sportbienen, Kulturbienen und soziale Bienen. Die Bezeichnungen spiegelten das Engagement der Brauerei für die Gesellschaft wider, so Goß. Sie sollen künftig auch ausschwärmen in die Grünflächen des neuen 1.400 Wohnungen umfassenden Baugebiets in direkter Nachbarschaft. In den kommenden Wochen werden Bischofshof-Mitarbeiter einen Bienenlehrpfad anlegen, der den Schülern einer ebenfalls derzeit neu entstehenden Grundschule als Lernort dienen soll. „Die Kinder sollen die Schöpfung erleben und die Biene als Partner des Menschen kennenlernen“, sagte Goß. Auf bis zu 50.000 Bienen soll jedes der Völker anwachsen. Zu jedem der „Bienennationen“ gehören eine Königin, tausende Arbeitsbienen und einige Drohnen.
Entstanden ist die in Bayern einzigartige Initiative in Zusammenarbeit mit dem Verein „Beefuture“ aus der Nähe der baden-württembergischen Stadt Heilbronn. Dessen Initiator Frank Weiß hat die Bienen nach Regensburg gebracht. „Es ist einzigartig in Bayern, dass eine Brauerei eigene Bienenvölker ansiedelt“, sagte Weiß bei der Präsentation des Projekts in Regensburg. Er machte deutlich: Von den 100.000 Tonnen Honig, die in Deutschland pro Jahr gegessen werden, stammen nur 19.000 Tonnen noch aus heimischer Produktion. Oder anders formuliert: Nur jedes fünfte Glas des süßen Nektars auf deutschen Frühstückstischen kommt aus der Bundesrepublik. Gerade deshalb ist es nach Weiß“ Worten so wichtig, aktiv etwas für den Erhalt der Bienen zu tun. Er würdigte die Bischofshof-Initiative als vorbildlich. Den Honig, der künftig in Nachbarschaft der Braukessel entsteht, sollen sich künftig nicht nur die Mitarbeiter schmecken lassen können. Er soll auch in den benachbarten Braustuben auf der Frühstückskarte stehen.

„Wo Bienen sind und Honig fließt, da ist Wohlergehen“, wussten bereits die alten Römer. Bischofshof-Brauereidirektor Hermann Goß, die Nachhaltigkeitsbeauftragte des Unternehmens Laila Schmidt und Beefuture-Gründer Frank Weiß (von links) begrüßten die 60.000 neuen „Mitbewohnerinnen“ auf dem Brauereigelände. Foto: obx-news/Jens Henning-Billon

Foto: obx-news/Jens Henning-Billon

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