Geldsegen für Gäubodenmetropole

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Das niederbayerische Straubing soll beim Thema nachwachsende Rohstoffe künftig bundesweit noch stärker eine Vorreiterrolle einnehmen. / Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eröffnete Bayerns zweitgrößtes Volksfest.

Straubing – Fast 50 Millionen Euro will der Freistaat Bayern in den kommenden Jahren investieren, um das niederbayerische Straubing zu einem bundesweiten „Referenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe“ zu machen. Das kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Samstag (11.8.) in seiner Eröffnungsrede auf dem Straubinger Gäubodenvolksfest an. Zu der Veranstaltung werden bis zum 20. August rund 1,4 Millionen Besucher erwartet.

Nach guter Tradition soll der Eröffnungsredner auf dem nach der Münchner Wiesn zweitgrößten bayerischen Volksfest in seiner Ansprache der Gastgeberstadt ein Geschenk mitbringen. Der bayerische Ministerpräsident hielt sich bei seiner Rede im Festzelt Reisinger an den alten Brauch: Rund 30 Millionen Euro fließen in ein neues Fraunhofer-Forschungszentrum, das eine neue Generation von Treibstoffen entwickeln soll. Mit 15 Millionen Euro unterstützt Bayern aus dem Landeshaushalt die Erweiterung des so genannten „Biocubators“, ein Gründerzentrum für Start-ups aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe. Die „Denkfabrik“, die in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag feierte, stößt derzeit bereits an ihre Kapazitätsgrenzen.
Jubel im Festzelt brandete auf, als Söder bekannt gab, dass der Freistaat das Straubinger Karmelitenkloster und die dazugehörende Karmelitenkirche erwirbt. Sie sollen Teil des Straubinger Universitätscampus werden, einer „Filiale“ der Technischen Universität München mit dem Fokus auf nachwachsende Rohstoffe. Die Kirche soll nach Söders Worten in ihrer Funktion erhalten bleiben, als Ort der „Entschleunigung und des Nachdenkens“, sagte der Ministerpräsident. „Innovation braucht einen Kompass, wir bauen Supercomputer und wir hängen Kreuze auf“, sagte der bayerische Regierungschef in seiner Rede, die in weiten Teilen eine Liebeserklärung an die Gastgeberstadt war: „Straubing steht für Charm, Zukunft und Tradition.“ Wahre Bayern würden mittlerweile viel lieber auf das Gäubodenvolksfest als auf das Münchner Oktoberfest fahren.
Bayerns zweitgrößtes Volksfest will die Besucher bis 20. August unter anderem mit einem 100.000 Quadratmeter großen Vergnügungspark, sieben Festzelten mit 26.500 Sitzplätzen und mehr als 100 Kapellen begeistern. Unvergesslichen Festspaß garantieren sollen spektakuläre Fahrgeschäfte, die zu den besten auf dem Kontinent gehören, Genuss-Komfort in den Bierzelten sowie ein attraktives Rahmenprogramm. Parallel zum Gäubodenvolksfest öffnet vom 11. bis 19. August die Verbraucherausstellung „Ostbayernschau“. 750 Aussteller präsentieren dort auf 60.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine bunte Erlebniswelt mit Neuheiten, Interessantem und Praktischem für Leben und Alltag. Diese kleine „niederbayerische Weltausstellung“ ist mit erwarteten mehr als 400.000 Schaulustigen eine der besucherstärksten Verbraucherausstellungen Deutschlands.

Beste Stimmung im Bierzelt: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (2. von links) eröffnete das diesjährige Gäubodenvolksfest in Straubing, das noch bis 20. August dauert. Mit im Bild von links: Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Markus Söders Ehefrau Karin Söder, der bayerische Verkehrsstaatssekretär Josef Zellmeier, Bayerns Kultusminister Bernd Sibler und der Straubing-Bogener Landrat Josef Laumer. Foto: obx-news/Jens Henning-Billon

Foto: obx-news/Jens Henning-Billon

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