Wasser marsch!

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Mit einem Planspiel wollen Passauer Wissenschaftler und Studenten weltweit das Bewusstsein für sauberes Trinkwasser schärfen. 
Passau – Der heiße trockene Sommer macht auch vielen hierzulande bewusst, wie kostbar Wasser ist. Unicef hat vor kurzem ausgerechnet, dass fast ein Drittel der Erdbevölkerung, mehr als zwei Milliarden Menschen, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Wie lässt sich das Bewusstsein dafür schärfen, dass der „Lebenssaft“ so wertvoll ist? Wissenschaftler der Universität Passau gehen dabei neue Wege und wollen diese Botschaft auf spielerische Weise vermittelten. Jetzt soll „Latinagua“, so der Name des Projekts, einen digitalen Bruder erhalten. 
Der Passauer Professor Christoph Barmeyer entwickelte das Spiel mit Masterstudenten im Rahmen eines Hauptseminars. Barmeyer hat den Lehrstuhl für interkulturelle Kommunikation inne. Bei dem Projekt arbeiteten die Niederbayern eng zusammen mit dem Goethe-Institut in Buenos Aires in Argentinien. Südamerika ist einer der Kontinente, auf denen viele keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.
Das Ziel des Spiels: mehr Wissen über die Ressource Wasser sowie den nachhaltigen Umgang zu vermitteln. „Latinagua“ macht in den Augen der Erfinder Zusammenhänge erlebbar und fördert Entscheidungskompetenzen, Teamgeist, strategisches Denken und Umweltbewusstsein der Spieler. Die Spieler sind dabei Bürger der fiktiven Stadt „Latinagua“. Die Stadtverwaltung dort bekommt aufgrund des massiven Städtewachstums Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung.
Die Spieler bilden dabei Teams und arbeiten als einer von vier Stadtbezirken an einer funktionierenden Wasserleitung. Die Teams müssen dabei die eigenen zentralen Einrichtungen an die Wasserleitung anschließen. Die Mannschaften müssen aber auch dafür Sorge tragen, dass auch durch die gemeinsame Hauptleitung der Stadt in Zusammenarbeit mit den anderen Bezirken Wasser fließt. Zeitgleich muss die Wasserqualität der Stadt gut bleiben.
„Bei einem Planspiel handelt es sich um eine spezielle Form des Lernens, die es Teilnehmern ermöglicht, einen ausgewählten Teil der Realität direkt zu erfahren, indem sie aktiv an einer Simulation derselben mitwirken“, sagt Professor Barmeyer. Es schaffe und fördere auf spielerische Weise das Verständnis für Strukturen, Prozesse, Rollen und Zusammenhänge sozialer Systeme sowie die Haltungen, Standpunkte und Bedürfnisse von Akteuren in sozialen Systemen, rege Ideen für Innovationen an und vermittle vielfältige Kompetenzen.
Das nächste Ziel der Passauer: Sie wollen ihr Spiel zum Welterfolg machen. Deshalb soll „Latinagua“ eine digitale Version erhalten. Möglich macht das eine Förderung durch den Lehrinnovationspool der Universität Passau und die Unterstützung durch den Lehrstuhl Informatik mit Schwerpunkt „Verteilte Informationssysteme“.

Spielerisch lernen, wie wertvoll Wasser ist: Masterstudierende am Lehrstuhl für interkulturelle Kommunikation in Passau entwickelten das Planspiel „Latinagua“. Foto: obx-news/ Universität Passau

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