Milliarden-Investition: Das Bayernwerk macht seine Netze fit für die Energieversorgung von morgen

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Regensburg – Das Bayernwerk hat in den letzten zwei Jahren rund eine Milliarde Euro in seine Netze im Freistaat investiert. Jetzt hat Bayerns größter Netzbetreiber den 10-Jahres-Investitionsplan für die Erweiterung und Verstärkung des 110 kV-Netzes vorgestellt – mit einem Budget von rund 180 Millionen Euro. 
Notwendig wurden diese Ausgaben durch grundlegende Veränderungen in den Versorgungsstrukturen resultierend aus der Energiewende. Die Netzoptimierung soll trotz der Dezentralisierung der Stromerzeugung die Versorgungssicherheit der rund sieben Millionen Stromkunden auf Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebene sicherstellen. Eine besondere Herausforderung für Bayerns größten Netzbetreiber: die Optimierung des 110 kV-Leitungsnetzes, das mit Abschaltung der Großkraftwerke immer mehr zum Rückgrat der landesweiten Stromversorgung wird.
Der Investitionsbedarf für die Optimierung des 110-kV-Netzes in den nächsten zehn Jahren wird bei rund 180 Millionen Euro liegen, schätzt Maximilian Zängl, Pressesprecher des Bayernwerks. „Markenzeichen“ des 110-kV-Netz sind die markanten „Hochspannungsmasten“ (Foto). Es sorgt für die Grobverteilung großer Strommengen in die Mittelspannungsnetze, aus denen dann lokale Verteiler die elektrische Energie in Ortsnetze oder beispielsweise an Stadtwerke verteilen.
Seitdem mittlerweile 270.000 regenerative Wind-, Sonnen- und sonstige Regenerativ-Kraftwerke – stark schwankend – die Leistung von bis zu zehn Großkraftwerken ins Bayernwerk-Netz speisen, werden vor allem die Anforderungen an die Regelsysteme des 110-kV-Netzes immer höher. Das erfordert die Verstärkung der vorhandenen und auch den Bau von insgesamt rund 425 zusätzlichen Stromkreiskilometern, um beispielsweise neue Umspannwerke zur Spannungsstabilisierung in den Mittelspannungsnetzen einzubinden. Zu den kostenintensivsten Projekten im 10-Jahres-Netzausbauplan zählen dabei unter anderem der Neubau von Umspannwerken in Kleinschwabhausen (Kreis Dachau), in Bachl (Kreis Deggendorf) und Tann (Kreis Rottal-Inn) mit Projektkosten von knapp 33 Millionen Euro im Hochspannungsnetz.
Kostenaufwendig werden auch die Modernisierung der 110-kV-Leitungen von Sünching (Kreis Regensburg) nach Straubing und von Aichach nach Kothau (Kreis Ingolstadt) mit zusammen rund 5,6 Millionen Euro, die Kapazitätserweiterungen des Netzes im Raum Oberbachern (Kreis Dachau) und  Aichach, mit teilweisem Ersatzneubau von Freileitungen mit Investitionen von insgesamt 10,4 Millionen Euro und der Neubau der 110 kV-Leitung von Weiden (Oberpfalz) nach Forst (Kreis Amberg-Sulzbach) mit 3,3 Millionen Euro.
Eine besondere Herausforderung in den nächsten Jahren ist überdies die Modernisierung des 110-kV-Netzes im Raum Würzburg/Schweinfurt im Umfeld des früheren Kernkraftwerks Grafenrheinfeld für insgesamt rund 22 Millionen Euro. 17 Millionen Euro kostet zudem der Neubau der rund 40 Kilometer langen 110-kV-Leitung zwischen Trennfeld (Kreis Main-Spessart) und Aschaffenburg.
„Der Gesamtaufwand für die in den kommenden zehn Jahre geplanten Verstärkungs- und Neubauprojekte allein im 110 kV-Bereich wird sich damit auf voraussichtlich 182 Millionen Euro summieren“, sagt Zängl.

Das 110-kV-Leitungsnetz ist das Rückgrat von Bayerns Stromversorgung. Mehr als 180 Millionen Euro will das Bayernwerk in den nächsten Jahren in dieses Hochspannungsnetz investieren. Auslöser sind vor allem die massiven Veränderungen in den Versorgungsstrukturen durch die Energiewende. Foto: obx-news/Bayernwerk

Foto: obx-news/Staedele

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