Schulerloch: Von der Neandertaler-Höhle zum unterirdischen Event-Center

0

Das Schulerloch in Essing in Niederbayern lockt mit einem einmaligen Angebot: Man kann die Neandertaler-Höhle besuchen, dort aber auch Kunst, audiovisuelle Erlebnistouren und Konzerte erleben.

Essing – Vor mehr als 50.000 Jahren wohnten hier die Neandertaler. Die Tropfsteinhöhle Schulerloch im Altmühltal nahe Kelheim ist ein begehbares Geschichtsbuch. Nach den Urzeitmenschen sollen auch schon keltische Druiden und bayerische Herzöge die mystische Grotte als Rückzugsort genutzt haben. Heute begeistert das Schulerloch jährlich tausende Besucher. Das Besondere: in der auf 420 Metern begehbaren Höhle haben von der Decke fallende Wassertropfen ein weltweit einzigartiges Tropfsteinbecken ausgehöhlt. Eine ausgeklügelte Beleuchtung hüllt die rund 800 Quadratmeter große Grotte in ein magisches Licht. Heute ist die riesige Höhle ein regelrechtes Eventzentrum mit Höhlenkonzerten, mystischen Klangexpeditionen, Sinnesführungen oder auch Seminaren mit der Wünschelrute und besonderen Fototouren.
Wer das Schulerloch betritt, versinkt in einer Welt erholsamer Ruhe. Kein Handyklingeln durchbricht die mystische Stille in dem einzigartigen Naturwunder aus Wasser und Stein. Bringt man ein wenig Phantasie mit, kann man in den aufwändig beleuchteten Felsformationen die Konturen eines Dorfes mit Kirchturm und Wirtshaus, einen langen Wasserfall, ein schlafendes Krokodil oder gar eine festliche Hochzeitstorte erkennen.
Alles von der Natur im Laufe der Zeit durch ablaufendes oder abtropfendes Wasser durch Zufall in den Stein geschnitten oder mit Hilfe von Tropfsteinen gebaut. 420 Meter der Höhle sind begehbar. Die Luftfeuchtigkeit liegt konstant bei 80 Prozent, die Temperatur rund ums Jahr bei neun Grad Celsius.
Seit moderne Medientechnik in der alten Höhle Einzug gehalten hat, wird der Besuch in dem Naturdenkmal zum multivisuellen Erlebnis. Verborgen montierte Licht- und Soundmaschinen tauchen die knapp 800 Quadratmeter große Höhle in magisches Licht, die Klänge eines Didgeridoos „beamen“ die Gäste in der Zeit zurück – zu Kelten und Neandertalern. Eines der Highlights: Live-Konzerte inmitten der Finsternis. Die Musik erklingt auch auf Schamanenflöten, Gong, Obertonflöten und der Zen-Flöte Shakuhachi – Instrumente, die eine Jahrtausende alte Geschichte haben. Aber auch moderne Bands sind unter Tage zu hören. „Wir tun alles, damit die Besucher die Höhle und ihre Geschichte mit allen Sinnen erfahren können“, erklären die Höhlenbesitzer Jürgen und Veronika Reinsch das Konzept.
Außerdem unter anderem im Angebot: ein Wünschelruten-Seminar. Dort können Höhlenbesucher die Kräfte der Erde spüren lernen und in Kontakt zur Natur treten, versprechen die Organisatoren. Auf speziellen Touren für Fotografen arrangiert zudem eine eigene Kreativ-Crew einzigartige Bildkompositionen. Wer möchte, kann darüber hinaus das Schulerloch auf besonderen „Sinnesführungen“ oder bei kraftspendenden Meditationen erleben.
Über dem natürlichen Eingang der faszinierenden Tropfsteinhöhle erwartet die Besucher ein spannendes Museum mit steinzeitlichen Funden aus dem Schulerloch und Kopien spektakulärer Höhlenmalereien aus der ganzen Welt. Das denkmalgeschützte Museumsgebäude hat die Form eines Achtecks und wurde 1928 von den Freimaurern errichtet.
Noch bis zum 4. November kann das Schulerloch täglich besichtigt werden. Dann wird die Tropfsteinhöhle bis zum März nächsten Jahres wieder zum Winterquartier für hunderte von Fledermäusen. Zum Schutz der seltenen Tiere bleibt das Schulerloch in dieser Zeit geschlossen.
Mehr Informationen: www.schulerloch.de

Foto: obx-news

Teilen.