Ausgezeichnete „Geistesblitze“

0

Für ihre außergewöhnlichen Forschungsarbeiten haben 32 bayerische Nachwuchs-Wissenschaftler den Kulturpreis Bayern 2018 erhalten.

Regensburg/München – Wie lässt sich Kunst im Museum für blinde und sehbehinderte Menschen mit 3D-Modellen besser sichtbar machen? Was bewegt Menschen, weniger Steuern zu zahlen, als sie müssten – und was kann der Staat dagegen tun? Und wie kann modernste Sensorik helfen, Gießprozesse in der Medizintechnik präziser zu machen? Mit Antworten auf Fragen wie diese haben 32 bayerische Nachwuchs-Wissenschaftler den Kulturpreis Bayern 2018 gewonnen. Das Bayerische Kultusministerium und die Bayernwerk AG, größter regionaler Stromnetzbetreiber im Freistaat, verliehen die Auszeichnung zum 14. Mal.

Bayerns Wissenschaftsministerin Marion Kiechle und Bayernwerk-Vorstandschef Reimund Gotzel überreichten die jeweils mit 2.000 Euro Preisgeld dotierten Auszeichnungen bei einer Gala in München. Neben dem Preisgeld erhielten die jungen Wissenschaftler eine Bronzestatue mit dem symbolträchtigen Namen „Geistesbiltz“. Prämiert wurden die besten Absolventen und Promovenden der 17 Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern sowie der neun Universitäten und sechs Kunsthochschulen im Freistaat.
Nach den Worten der Initiatoren spiegeln die Preisträger vor allem die Vielfalt der Forschung an den bayerischen Hochschulen wider. Das Spektrum der Geehrten reichte von der Literaturwissenschaft über Wirtschaftsfächer bis hin zu klassischen Ingenieurdisziplinen. So erhielt beispielsweise der Regensburger Dr. Jonas Hock den Wissenschaftspreis für seine Dissertation „Bekenntnis und Ambiguität – Pierre Klossowskis ‚La vocation suspendue‘ zwischen Renouveau Catholique und Nouveau Roman“.
Bester Absolvent der Universität Passau war Dr. Johannes Lorenz. Diesen ehrten das Bayernwerk und das bayerische Kultusministerium für seine Dissertation, die sich mit ökonomischer Forschung zu Steuervermeidung beschäftigt. Mehrere weitere Preisträger kamen aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften, wie beispielsweise Dr. Stefan Mühlbauer (Universität Augsburg). Er beschäftigte sich in seiner Dissertation mit stiftungsverbundenen Unternehmen. Dr. Noemi Schmitt (Universität Bamberg) wiederum untersuchte „Heterogene Erwartungen und komplexe ökonomische Dynamiken“. Der Wirtschaftsjurist Simon Biberacher (Hochschule Aschaffenburg) hatte sich in seiner Masterarbeit mit straf- und zivilrechtlichen Risiken für Chief Compliance Officer auseinandergesetzt und untersucht, wie sich dieses Risiko begrenzen lässt.
Zahlreiche Wissenschaftspreise gingen in diesem Jahr auch an Absolventen der MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Zukunftstechnologien. Einen mit 2.000 Euro dotierten Geistesblitz erhielt beispielsweise Stefan Schuhmann (Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden) für seine Masterarbeit, die den Formbildungsvorgang im Spritzgießprozess in der Medizintechnik untersuchte. Daniela Heuberger bekam die Auszeichnung als beste Absolventin der Technischen Hochschule Deggendorf für ihre Masterarbeit „Mit den Händen sehen – Studie zu barrierefreien Tastmodellen für Museen auf Basis von 3D-Scans“. Sie entwickelte dort mittels modernster 3D-Techniken barrierefreie Tastmodelle. So sollen Kunstgegenstände in Museen für blinde und sehbehinderte Menschen besser sichtbar werden.
Für seine Masterarbeit „Optimierung und Konvertierung von CAD-Daten für Echtzeit-Darstellungen“ nahm Sebastian Thomeczek (Hochschule Landshut) den Wissenschaftspreis entgegen. Mit dem Zukunftsthema Elektromobilität hatte sich unter anderem Maximilian Zuleger (Technische Hochschule Ingolstadt) auseinandergesetzt. Seine Arbeit unter dem Titel „Intelligentes Load Balancing für die Verteilung von Elektrofahrzeugen auf Ladestationen in einer ereignisorientierten Simulation im Umfeld von Smart City, Smart Energy und Machine Learning“ liefert wertvolle Impulse, wie die Ladeinfrastruktur auf Deutschlands Straßen künftig aussehen könnte.

Wissenschaftspreis Bayern 2018: Prämiert wurden im Münchner Kesselhaus die besten Absolventen und Promovenden der 17 Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern (1. Bild) sowie der neun Universitäten (2. Bild) und sechs Kunsthochschulen im Freistaat. Die „Geistesblitze“ überreichten Bayerns Wissenschaftsministerin Marion Kiechle (links) und der Vorstandsvorsitzende des Bayernwerks, Reimund Gotzel (im 1. Bild re.). Foto: obx-news/Bayernwerk

Foto: obx-news/Bayernwerk

Teilen.