„Grüner“ Tourismus an der blauen Donau

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Radfahren im Einklang mit der Umwelt: Sieben Donauländer entwickeln gemeinsam eine Strategie zum nachhaltigen Tourismus entlang von Mitteleuropas längstem Fluss.

Passau – „Grüner“ Tourismus gilt als einer der wichtigsten Zukunftstrends der Reisebranche: Ein neues, groß angelegtes EU-Projekt soll in den kommenden zwei Jahren besonders den nachhaltigen Fahrradtourismus entlang von Mitteleuropas längstem Fluss, der Donau, voranbringen. Mit insgesamt zehn Projektpartnern und sechs assoziierten Partnern aus sieben Donau-Ländern bearbeitet das Centrum für marktorientierte Tourismusforschung der Universität Passau (Centouris) das rund zwei Millionen Euro teure Vorhaben.

„Naturverträglicher Radtourismus ist ein Kernthema, mit dem sich der Tourismusverband schon seit geraumer Zeit beschäftigt. So spielte bei der Entwicklung des neuen Radfernweges Niederbayerntour die sanfte Mobilität entlang von Flussökosystemen eine tragende Rolle“, sagt Alexander von Poschinger, Projektmanager beim Tourismusverband Ostbayern, einer der Projektpartner in Deutschland. Der ostbayerische Tourismusexperte weiß auch: Regional und im besten Fall ökologisch produzierte Lebensmittel, die Gäste auf ihrer Tour durch das Bayerische Golf- und Thermenland kennenlernen, gewinnen zunehmend an Wertschätzung.
Im Kern des neuen Projekts steht das Routennetz „EuroVelo“, ein Geflecht aus 15 Langstreckenradwegen, die den europäischen Kontinent verbinden. Der Fokus im Projekt EcoVeloTour liegt auf den Radwegen entlang der Donau von Deutschland bis hin zum Donaudelta in Rumänien. Das Ziel der Zusammenarbeit: ein länderübergreifendes Strategiekonzept mit konkreten Handlungsmaßnahmen für den regionalen Ökotourismus in den Partnerländern.
„Dabei stehen nicht nur bereits etablierte touristische Destinationen im Vordergrund, vielmehr sollen auch benachbarte Orte der Radroute mit einbezogen werden. Der bewusste Umgang mit natürlichen und kulturellen Gegebenheiten ist hier besonders wichtig, um das bestehende Ökosystem weiter zu schützen“, sagt Centouris-Geschäftsführer Stefan Mang. Nachhaltige Tourismusförderung, aber auch der Austausch mit den internationalen Projektpartnern gehöre zum Grundsatz des Projekts. Es läuft bis Mai 2021.
Die Passauer Tourismusprofis übernehmen im Projekt vor allem Aufgaben im Bereich der transnationalen Marktforschung. Die Niederbayern kooperieren dazu nach eigenen Angaben eng vor allem mit der Corvinus Universität Budapest und der Universität für Bodenkultur Wien. „Dieses Wissen bildet die Grundlage für die Entwicklung von Werkzeugen und einer einheitlichen Strategie, um nachhaltigen und ökologischen Tourismus entlang des EuroVelo-Radnetzes in der Donauregion zu fördern“, so Stefan Mang. Nach einem Auftakttreffen in der ungarischen Hauptstadt beginnt jetzt die konkrete Arbeit. Geplant sind unter anderem eine internationale Konferenz und für den bayerischen Bereich eine umfassende Studie „Grüner Tourismus in Ostbayern“. Beides verantwortet der Tourismusverband Ostbayern.
Bereits während der Projektlaufzeit sind kleinere Investitionen in Naturlehrpfade oder Zählsysteme für Radfahrer geplant. Entstehen sollen auch eine App und eine E-Learning-Plattform, die den nachhaltigen Tourismus unterstützen sollen. Die gesammelten Erfahrungen werden nach Angaben der Initiatoren in politische Empfehlungen münden.

Der Donauradweg erfreut sich besonders zwischen Regensburg und Wien bei Urlaubern großer Beliebtheit. Ein EU-Projekt will nun besonders Perspektiven für den nachhaltigen und länderübergreifenden Radtourismus entlang der Donau entwickeln. Foto: obx-news/Tourismusverband Ostbayern

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