100 Jahre „Fürstliche“ Notstandsküche

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Im Schloss von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis speisen täglich rund 250 Bedürftige in einem prächtigen Barocksaal. Auch ein Jahrhundert nach ihrer Gründung ist Deutschlands größte „Armen-Küche“ gefragt. 

Regensburg – Fürstlich speisen zum Nulltarif – das können Bedürftige in der Notstandsküche des Fürstenhauses Thurn und Taxis schon seit genau 100 Jahren. Gegründet wurde diese bis heute wohl größte deutsche „Armen-Küche“ einst zur Linderung der Not nach dem Ersten Weltkrieg. Heute ist die Regensburger Notstandsküche mit 220 „Stammgästen“ wieder gefragter denn je. Seit wenigen Jahren können erstmals nicht mehr alle Bedürftigen einen Platz am fürstlichen Speisetisch bekommen.

Im barocken Speisesaal von 1689 des Regensburger Fürstenhauses Thurn und Taxis ist von „Notstand“ keine Spur. Umgeben von prächtigen Gemälden aus dem Leben des Heiligen St. Benedikt werden in der Fürstlichen Notstandsküche fünfmal in der Woche jeweils rund 250 wohlschmeckende Mahlzeiten zum Nulltarif serviert – auf Kosten des Hauses Thurn und Taxis.
Menschen mit geringen Renten, Sozialhilfeempfänger, „Niedriglöhner“, Alleinerziehende, einige Studenten und viele weitere Bedürftige nutzen regelmäßig die Fürstliche Notstandsküche. „Es gibt viele Menschen, die tatsächlich dringend Hilfe brauchen. Für sie ist dieses Essen eine ganz große Hilfe, um ihre Notlage zu bewältigen. Wir haben einen Sozialstaat, der auch gut funktioniert, aber: Armut wird es immer geben, leider“, sagte Fürstin Gloria jetzt zum 100. Geburtstag der Notstandsküche in einem Interview.
Berechtigungen zur Nutzung der Notstandsküche vergibt die Caritas für jeweils ein Vierteljahr. Über die Bedürftigkeit eines Antragstellers wird individuell entschieden, feste Kriterien gibt es nicht.  Wer einen Platz am fürstlichen Speisetisch bekommt, sollte ihn regelmäßig nutzen. Von Montag bis Freitag wird in der Notstandsküche zwischen 11.30 Uhr und 13 Uhr gutbürgerliche Küche mit Vor- und Hauptspeise serviert.
Gegründet wurde die fürstliche Notstandsküche 1919 von Fürst Albert von Thurn und Taxis, um die Not der Bevölkerung in den harten Wintermonaten nach dem Ersten Weltkrieg zu lindern. Ab 1923 wurde sie als ständige Einrichtung weitergeführt und blieb so bis zum heutigen Tage erhalten. „Wohltätigkeit ist eine konsequente Umsetzung des katholischen Glaubens“, sagte Gloria von Thurn und Taxis anlässlich des 100. Geburtstag der Einrichtung. Das Jubiläum feierte das Fürstenhaus jetzt mit einem großen Fest, zu dem auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in dem barocken Speisesaal Platz nahm.

Foto: obx-news/Rainer Fleischmann

Foto: obx-news/Rainer Fleischmann

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