Eine „Liebeserklärung“ an den Freistaat

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Das neue, nach vier Jahren Bauzeit eröffnete Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg macht auf 2.500 Quadratmetern Historie, Tradition und Lebensgefühl des Freistaats erlebbar.

Regensburg – Für das renommierte Magazin GEO-Saison gilt es bereits als „Must-See-Museum“ 2019: In Regensburg hat nach vier Jahren Bauzeit das neue Museum der Bayerischen Geschichte eröffnet. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete den rund 90 Millionen Euro teuren Bau, der als eines der modernsten Museen Deutschlands gilt, als eine „Liebeserklärung“ an den Freistaat Bayern. Mehr als 1.000 Exponate zeichnen in dem neuen Haus direkt an der Donau den Weg Bayerns vom Königreich zum Verfassungsstaat nach. Unter den Ausstellungsstücken findet sich auch Kurioses: Im Foyer begrüßt ein mehr als vier Meter großer bayerischer Löwe die Besucher. Er begeisterte über Jahrzehnte Millionen Besucher auf dem Münchner Oktoberfest. Ebenfalls zu sehen: der Füller, mit dem Theo Waigel einst den Maastricht-Vertrag unterzeichnete. Das Vertragswerk gilt als Meilenstein für die Europäische Einigung. Auch ein „Goggomobil“ aus dem niederbayerischen Dingolfing ist zu sehen oder auch der Ballon, der zwei Familien aus der DDR die Flucht nach Bayern ermöglichte.

Die Dauerausstellung erzählt auf 2.500 Quadratmetern die Geschichte, wie Bayern Freistaat wurde und was ihn besonders macht – vom Beginn des Königreichs 1806 bis heute. Als einzigartig gilt dabei die Art der Präsentation: Exponat-Ensembles auf 40 Bühnen erzählen prägende Ereignisse der bayerischen Geschichte. Acht Kulturkabinette zeigen kulturelle Phänomene, die besonders mit Bayern verbunden werden: von den Dialekten über die Feste bis zur Religion. Rund ein Drittel der Exponate stammt aus dem Besitz bayerischer Bürger.

Die Ausstellung erzählt, warum Bayern als der deutsche Verfassungsstaat gilt, vom mysteriösen Tod Ludwigs II., was Radfahrer mit dem König zu tun haben, wie Bayern in Chicago erstmals traditionell und modern zugleich auftrat, wie Hitler in München groß wurde, wie Vertriebene in Franken Popmusik möglich machten, wie „Gastarbeiter“ Bayern veränderten, Olympia große Show bot, ein Ballon in Naila landete und Furore in Hollywood machte. Der bayerische Kabarettist und Schauspieler Christoph Süß führt in 20 Minuten und 39 Rollen von den alten Römern bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation durch fünf Episoden der bayerischen Geschichte.

Besucher können sich zudem an politischen Abstimmungen in originalen Stühlen des alten Plenarsaals des bayerischen Landtags beteiligen. Besonders ist auch ein Autokorso über den Brenner, der für die Zeit des Wirtschaftswunders steht und für die Autoindustrie, die Bayern bis heute wirtschaftlich prägt.

Ein eigenes Wirtshaus mit einem Biergarten, der sich zur Donau hin öffnet, lädt nach dem Museumsbesuch dazu ein, auch das kulinarische Bayern zu entdecken: vom fränkischen Sauerbraten über das Münchner Schnitzel bis hin zu den Regensburger Knackern, flankiert von Bieren aus allen Regionen Bayerns sowie Weinen aus Franken und Regensburg.

Im gesamten Monat Juni ist der Eintritt ins Museum frei. Auch danach kostenlos bleiben der Zutritt ins Foyer und der Panoramafilm. Der Besuch der Dauerausstellung kostet dann fünf Euro. Kinder, Jugendliche und Studenten/-innen haben weiterhin freien Eintritt. Vom 27. September 2019 bis zum 8. März 2020 findet die Bayerische Landesausstellung „100 Schätze aus 100 Jahren“ im neuen Museum statt. Mehr Informationen: www.museum.bayern.


Das neue Museum der Bayerischen Geschichte kostete rund 90 Millionen Euro und gilt als eines der modernsten Museen Deutschlands. Foto: obx-news/Haus der Bayerischen Geschichte/Hanke


Das Kulturkabinett „Bayern regional“ ist allen bayerischen Orten gewidmet . Foto: obx-news/Haus der Bayerischen Geschichte/altrofoto

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