Ende einer Ära im Regensburger „Bischofshof am Dom“

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Sie waren eine Institution in Ostbayerns Gastro- und Hotelbranche und weit darüber hinaus: die Wirtsleute des Regensburger Bischofshofs, Monika und Herbert Schmalhofer. Jetzt gehen sie nach mehr als drei Jahrzehnten an der Spitze des Vorzeigebetriebs in den Ruhestand. Zu den berühmten Gästen zählte unter anderem Papst Benedikt XVI.

Regensburg – Es ist das Ende einer außergewöhnlichen Ära: Mehr als drei Jahrzehnte führten Monika und Herbert Schmalhofer den „Bischofshof am Dom“. Der 30. September wird ihr letzter Arbeitstag an der Spitze des Gastronomie- und Hotelbetriebs im Herzen der Regensburger Altstadt sein. Dann geht das Ehepaar offiziell in den Ruhestand. „Es ist das Verdienst von Monika und Herbert Schmalhofer und ihrer Tochter Steffi Birnthaler, dass der Bischofshof heute Visitenkarte unserer Stadt und auch unseres Unternehmens ist“, sagt Susanne Horn, die Geschäftsführerin der Brauerei Bischofshof. Das weit über die Grenzen der Welterbestadt hinaus bekannte Restaurant und Hotel war bis 1910 der Braustandort von Bischofshof und ist nach wie vor der Ursprung der Traditionsbrauerei. 

Die Brauerei ehrte die bisherigen Pächter zum Abschied mit einer großen Dankesfeier. Zuvor zelebrierte Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer eine Vesper in der Dompfarrkirche Niedermünster. Der Regensburger Bischof sprach Monika und Herbert Schmalhofer seinen Dank und seine Anerkennung für ihre Arbeit aus, die auch das Bistum stets außerordentlich geschätzt habe. Zu den Gästen der Schmalhofers gehörten in den vergangenen Jahren neben vielen „weltlichen“ Prominenten auch ein Papst und drei Bischöfe. Kardinal Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., war in seiner Regensburger Zeit Stammgast in den Gasträumen am Dom – und ließ sich sogar bei seinem Regensburg-Besuch 2006 von seinem Lieblingskoch Herbert Schmalhofer bekochen und von Monika Schmalhofer bewirten. 

„Es ist mir ein Herzensanliegen, auch im Namen der Brauerei Danke zu sagen für das Engagement der Familie Schmalhofer“, sagte Brauerei-Geschäftsführerin Susanne Horn beim Empfang für die Familie. Es sei eine große Seltenheit in dieser Branche, dass Pächter so lange mit Freude, Herzblut und neuen Ideen in diesem nicht immer leichten Metier arbeiten und so lange ein Wirtshaus führen. Horn würdigte auch das harmonische Miteinander als wichtigen Schlüssel für den Erfolg: Brauerei und Pächter hätten stets Hand in Hand gearbeitet. 

Seit 1986 hatten die Schmalhofers den Gastronomie- und Hotelbetrieb im Herzen der Regensburger Altstadt geführt. „Sie haben das Haus am Dom zu einer der ersten Adressen in Regensburg weiterentwickelt“, würdigte die Bischofshof-Geschäftsführerin. Heute gelte das Haus als „Filetstück“ gehobener Regensburger Gastronomie und Hotellerie und habe sich dank der Betreiberfamilie national und international bei Prominenz aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur einen glänzenden Namen und Ruf erarbeitet. 

„Wir wollen die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte fortsetzen“, sagt Susanne Horn. Derzeit entsteht unter der Federführung der Brauerei ein zukunftsfähiges Konzept, dessen Grundlage die Erfolgsgeschichte der Familie Schmalhofer bilden wird. Ab dem 1. Oktober wird daher nicht ein Nachfolge-Pächter oder Pächterfamilie den Vorzeigebetrieb übernehmen, sondern die neue Gastronomie-Gesellschaft der Brauerei Bischofshof. So soll die Erfolgsgeschichte der Familie Schmalhofer und der Brauerei Bischofshof, die dort am Dom 1649 entstanden ist, erfolgreich und leidenschaftlich fortgeführt werden. 

Im Jahr 2020 wird dann eine neue Epoche im „Bischofshof am Dom“ beginnen. Dann wird die Generalsanierung des Domherrenhauses abgeschlossen sein, das das Haus um rund 30 Hotelzimmer mit Vier-Sterne-Plus-Komfort in einer einzigartigen und besonders geschichtsträchtigen Umgebung erweitert. Auch die Porta Praetoria, die in das Anwesen des Bischofshof am Dom integriert ist, soll künftig eine große Rolle spielen: „Welterbe erleben und gastronomisch genießen am Ursprungsort der Brauerei“, beschreibt Susanne Horn den Kern des künftigen Konzepts. 

Denn vor 370 Jahren, im Jahre 1649, begann dort, direkt an und über der Porta Praetoria, die Geschichte der Brauerei. Mehr als 250 Jahre lang – bis 1910 – war das heutige Areal des „Bischofshofs am Dom“ Heimat der Bischofshof-Bierbrauer. Die symbolische Bedeutung des Orts sei ein wichtiger Beweggrund gewesen, das Haus am Dom künftig in eigener Regie zu betreiben, so Horn. „Stammgäste, Freunde, Familie, ein gutes Team, zahlreiche Wegbegleiter und Gäste aus aller Welt machen aus dem Bischofshof am Dom ein liebevoll gehegtes und gelebtes Stück Regensburger Gastlichkeit nicht nur mit großer Geschichte, sondern auch mit großer Zukunft“, so Susanne Horn. 

Ein Prost zum Abschied nach mehr als drei Jahrzehnten: Monika und Herbert Schmalhofer (2. v.r. und re.) mit ihrer Tochter Steffi Birnthaler (links) und Bischofshof-Brauereigeschäftsführerin Susanne Horn. Foto: obx-news/Hans-Christian Wagner
Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (3. v. l.) sprach Monika und Herbert Schmalhofer seinen Dank und seine Anerkennung für ihre Arbeit aus. Foto: obx-news/Hans-Christian Wagner
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