Der Bus, der sich selbst ans Ziel bringt

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In einem Kurort in Niederbayern ist der Nahverkehr der Zukunft heute schon Wirklichkeit.

Bad Birnbach (obx) – Ein futuristisches Gefährt versetzt Besucher des niederbayerischen Kurorts Bad Birnbach (Kreis Rottal-Inn) regelmäßig ins Staunen: Dort zieht, bis heute einmalig in Deutschland, ein Bus seine Kreise, der keinen Busfahrer mehr braucht: Bad Birnbach im Rottal erprobt seit zwei Jahren den Nahverkehr der Zukunft mit Deutschlands erster selbstfahrender Buslinie auf öffentlichen Straßen. Das Projekt ist so erfolgreich, dass die Initiatoren jetzt die zweite Ausbaustufe zündeten – und das Netz nochmals erweiterten.

Der Bus, der Vordenker und Visionäre begeistert, ist ein Franzose und verbindet Haltestellen im Ortskern mit der Therme. Seit Neuestem ist der „EasyMile EZ10“ auch auf der Strecke zum rund zwei Kilometer entfernten Bahnhof unterwegs. Der „Bus ohne Fahrer“ kann aktuell bis zu sechs Personen transportieren und fährt, zumindest derzeit noch, mit „angezogener Handbremse“ 15 Stundenkilometer schnell. 

Der Bus verfügt über eine Reihe an Sensoren für ein Maximum an Sicherheit. Ein spezieller „Safety Laser“ erkennt Hindernisse frühzeitig. Spezielle Verkehrszeichen reduzieren Geschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmer, wenn der Bus sich nähert. Die Strecke ist exakt programmiert und von den Bussen „gelernt“. In der Pilotphase sind Begleitpersonen an Bord, die eingreifen können.

„Wir sind nicht in Hamburg, Berlin oder in München. Wir sind in Bad Birnbach – und hier wird Mobilität der Zukunft gemacht“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jetzt bei einem Besuch vor Ort. Er gehörte zu den ersten, die die neue Strecke zum Bahnhof mit dem Bus zurücklegten. Betrieben wird der selbstfahrende Sprinter von der Deutschen Bahn. 

Foto: obx-news/Bad Birnbach
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