Kampf gegen den tödlichen Erreger

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Ein Regensburger Biotech-Unternehmen entwickelt einen neuen Diagnose-Standard im Kampf gegen Tuberkulose, an der jedes Jahr rund 1,6 Millionen Menschen sterben.

Regensburg (obx) – Keine andere Infektion tötet aktuell mehr Menschen als die Tuberkulose: Knapp 5.000 Menschen sterben jeden Tag an der Krankheit. Schätzungen gehen davon aus, dass ein Drittel der Weltbevölkerung den Erreger in sich trägt. Viele Menschen sterben an TBC, weil die Krankheit zu spät erkannt wird. Regensburger Wissenschaftler sind dabei, einen neuen Standard zu entwickeln, mit der die Infektion besser diagnostiziert werden kann. Drei Millionen Euro – unter anderem aus dem Wachstumsfonds Bayern – sollen dabei helfen, das Projekt weiter voranzutreiben.

Die Lophius Biosciences GmbH, eine Ausgründung der Universität Regensburg, entwickelt und vermarktet molekulardiagnostische Lösungen zur Transformation von Behandlungsparadigmen und des Patientenmanagements im Bereich lebensbedrohlicher und hoch ansteckender Infektionserkrankungen. Wie das Biotech-Unternehmen nun bekannt gab, konnte eine Finanzierungsrunde von 3,1 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen werden. 

Zu den Finanziers gehören der Wachstumsfonds Bayern und private Investoren. Das Unternehmen wird die Mittel nach eigenen Angaben verwenden, um klinische Leistungsdaten zu erweitern, die Designoptimierung abzuschließen und den blutbasierten Test zur Erkennung von Tuberkulose-Infektionen auf weit verbreiteten Automatisierungsplattformen zu etablieren. Das Ziel: eine möglichst schnelle Marktdurchdringung. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 will das Unternehmen breit angelegte klinische Validierungsstudien einleiten. Diese sind Voraussetzung für eine Zulassung am Markt. 

„Wir freuen uns, dass wir mit diesen zusätzlichen Mitteln unser Programm zur Etablierung eines neuen Standards für die Diagnose von Tuberkulose fortsetzen können“, sagt Bernd Merkl, CEO von Lophius Biosciences. Das erreichte hohe Leistungsniveau der blutbasierten Lösung ermögliche die frühzeitige Erkennung von Tuberkulose im diagnostischen Arbeitsablauf. Es gebe ein großes Potenzial, das Patientenmanagement erheblich zu verbessern und Gesundheitskosten zu reduzieren. „Darüber hinaus verfügen wir mit unserer Expertise und unserem starken Netzwerk über eine solide Basis, um unser hochinnovatives Programm weiter voranzutreiben: Eine Lösung, um zwischen latenter Tuberkulose und behandlungsbedürftiger aktiver Tuberkulose zu unterscheiden“, so Merkl. 

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