30 Jahre nach dem Mauerfall: Wiedervereinigung als „Wachstums-Turbo“ für die NürnbergMesse

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Nürnberg – Keine deutsche Messegesellschaft hat in den vergangenen drei Jahrzehnten so stark von der Wiedervereinigung und EU-Osterweiterung profitiert wie die NürnbergMesse: Die Besucherzahl stieg um rund 50 Prozent (von einer auf 1,5 Millionen) und der Umsatz der Messegesellschaft um das 20-fache (von rund 31 Millionen D-Mark 1990 auf aktuell 315 Millionen Euro). 

Der Tag des Mauerfalls, der 9. November 1989, war für die NürnbergMesse der Auftakt für eine fulminante Unternehmensentwicklung, wie CEO Dr. Roland Fleck aktuell betont. „Mit einem Mal waren wir zurück im Zentrum von Europa“, sagt er. Deshalb sei auch der 30. Jahrestag für die Messe ein besonderer Moment. 

In den ersten Wochenenden nach der Grenzöffnung kamen Zehntausende in die Frankenmetropole – mit dem Zug oder dem berühmten „Trabi“. Zur Getränketechnologie-Fachmesse BrauBeviale kamen nur wenige Tage nach dem Mauerfall bereits 100 Besucher aus der DDR, im Jahr darauf schon 2.500, zeigt ein Blick ins Archiv.

Die NürnbergMesse war zum Zeitpunkt des Mauerfalls 15 Jahre alt. Rund 50 Mitarbeiter waren zu dieser Zeit im Messezentrum angestellt. Sie sollten von nun an in vergleichsweise kurzer Zeit einen Aufschwung erleben, wie es ihn bei keiner anderen deutschen Messegesellschaft gegeben hat. Denn Nürnberg, das einst bereits an der wichtigsten Ost-West-Handelsverbindung Europas („Goldene Straße“) gelegen hatte, erhielt mit einem Schlag seine Funktion als „Drehscheibe des Handels“ im Herzen Europas zurück. 

Demnach hat sich die Zahl der Aussteller seit 1989 von rund 10.000 auf über 35.000 mehr als verdreifacht. Auch weitere Zahlen belegen das eindrucksvolle Wachstum: Die Zahl der Veranstaltungen wuchs von 127 auf 181, die Ausstellungsfläche von rund 86.000 auf rund 180.000 Quadratmeter, die Anzahl der Hallen von zehn auf 16.  

Die NürnbergMesse ist in den vergangenen drei Jahrzehnten vor allem auch internationaler geworden: Kam 1991 nur etwa jeder sechste Besucher aus dem Ausland, so ist es heute beinahe jeder zweite (47 Prozent).  Die deutsche Wiedervereinigung war für die Franken auch Initialzündung für eine europa- und weltweite Expansion: Gab es 1989 eine im Messezentrum Nürnberg ansässige GmbH, so hat die NürnbergMesse Group heute elf Standorte weltweit. Neben Nürnberg sind das Langenhagen bei Hannover, Wien, Mailand, Athen, Atlanta, São Paulo, Shanghai, Neu-Delhi, Bangalore und Mumbai. Hinzu kommt ein Netzwerk an Auslands-Vertretungen, die in mehr als 100 Ländern aktiv sind. 

2018 erzielte die NürnbergMesse mit einem Umsatz von rund 315 Millionen Euro und einem Gewinn von rund 28 Millionen Euro das beste Geschäftsergebnis in ihrer Geschichte. Heute gehört das Unternehmen damit zu den 15 größten Messegesellschaften weltweit. Mit neuen Veranstaltungen und Kongressen im In- und Ausland will die Messe nach eigenen Angaben auch künftig ihren Wachstumskurs fortsetzen.

National und international punktet Nürnberg vor allem mit seinen innovativen Produktfamilien: Die Weltleitmesse „BIOFACH“ exportieren die Franken heute nach Nord- und Südamerika, Indien, China, Japan und Südostasien (Thailand). Weltweit zählt die BIOFACH-World rund 100.000 Fachbesucher und rund 3.500 Aussteller. Die „BrauBeviale“, heute eine europäische Leitmesse rund um das Thema Getränke und Getränketechnologien, hat Ableger in Russland, China, Indien, Brasilien, Thailand, Großbritannien, Italien, Chile, Mexiko und Korea. Darunter auch spannende junge Formate zum Thema „Craft Beer“. Auch bei digitalen Themen wie der IT-Sicherheit sind die Franken mit Messen wie der weltweit ausstellerstärksten IT-Sicherheitsmesse „it-sa“ mittlerweile eine feste Größe.  

Die Wiedervereinigung war Wachstumsturbo für die NürnbergMesse. Die fränkische Messegesellschaft konnte seit dem Mauerfall vor 30 Jahren ihren Umsatz verzwanzigfachen. Das Foto der beiden CEOs der NürnbergMesse, Peter Ottmann (li.) und Dr. Roland Fleck, mit einem Trabi aus der Zeit der Maueröffnung und einem E-Mobil aus dem Fuhrpark der Messe, dokumentierte 2014 die 25-Jahre-Zeitreise vom Fall der Mauer. Foto: obx-news/NürnbergMesse/Manfred Gillert
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