Bayerisches Know-how für Kubas Nachwuchs

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Die Schule als „Global classroom“:  Die Universität Passau will die Lehrerausbildung internationaler machen – und kooperiert dazu auch mit einer Hochschule in der kubanischen Hauptstadt.

Passau –  Schüler in Havanna oder in Santiago de Cuba werden künftig in ihren Mathestunden mit innovativen Unterrichtsmaterialien „made in Bayern“ lernen. Möglich macht das eine Kooperation der Universität Passau mit der Universität der Pädagogischen Wissenschaften (Universidad de Ciencias Pedagogicas) in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Die niederbayerische Hochschule ist Pionierin bei der Forschung zum Einsatz von Smartphone, Tablet und Co. im Mathematikunterricht.

„Global Teacher Research and Education Exchange Programme“ („global.trex“) heißt das Projekt, das diese Form des Zusammenarbeit möglich macht: Der Deutsche Akademische Austauschdienst fördert den Austausch. Die Initiative will dafür sorgen, dass deutsche Lehramtsstudierende leichter im Ausland lernen können. Außerdem will das Programm international Hochschulpartnerschaften stärken – mit Ländern wie China, USA, Kanada, Südafrika, Senegal oder Singapur, aber eben auch dem sozialistischen Karibikstaat Kuba. 

Jetzt besuchten Vertreter der Universidad de Ciencias Pedagogicas die Passauer Universität und waren voll des Lobes: Ihre Universität messe dem „wiederauflebenden wissenschaftlichen Kontakt zwischen Kuba und Deutschland“ auf dem Weg hin zu mehr Internationalisierung eine hohe Bedeutung bei, wie die kubanischen Gäste betonten. Das gemeinsame Vorhaben mit der Passauer Mathematik-Didaktik bilde das zentrale Projekt am mathematischen Institut der Hochschule, sagten Dr. Luis Enrique Lezcano Rodríguez und Dr. Yasser Martin Guillén. Die bayerisch-kubanische Kooperation fällt nach den Worten der beiden Pädagogen mit dem grundlegenden Neu-Design der kubanischen Mathematik-Schulbücher zusammen. Dadurch könnten die Ergebnisse des Kooperationsprojektes umgehend im Unterricht umgesetzt werden.

Die Passauer Universität sieht sich sowohl in Sachen Digitalisierung als auch Globalisierung der Lehrerbildung als Vorreiterin: „Das flankierende Forschungsprojekt zwischen den Universitäten Havanna und Passau zum Einsatz digitaler Medien im Mathematikunterricht stellt einen großen Mehrwert für global.trex Passau dar und zeigt, dass die Internationalisierung der Lehrerbildung auf verschiedenen Ebenen gedacht wird“, sagt Professor Matthias Brandl, Lehrstuhlinhaber für Didaktik der Mathematik und Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Lehrerbildung und Fachdidaktik der niederbayerischen Hochschule.

„Unser Bemühen ist es, dass Lehramtsstudierende Schule mehr und mehr als ‚global classroom‘ verstehen und dementsprechende Kompetenzen aufbauen“, sagt Professorin Christina Hansen. Sie ist Lehrstuhlinhaberin für Grundschulpädagogik und verantwortet am Zentrum für Lehrerbbildung die Internationalisierung. Ziel der Universität Passau: den zukünftigen Lehrern persönliche interkulturelle Erfahrungen und den Blick über den nationalen Tellerrand möglich zu machen. So seien beispielsweise Auslandserfahrungen im Lehramtsstudium verankert. Neben diesem internationalen Lehrangebot gebe es zahlreiche Forschungskooperationen mit Universitäten und Lehrerbildungszentren weltweit. „Damit begleiten wir angehende Lehrkräfte bei der Herausforderung, sich auf ein Leben und Arbeiten in einer globalisierten Welt vorzubereiten und diese aktiv mitzugestalten“, sagt Professorin Hansen. 

Lernen ohne Grenzen: Die Universität Passau will zukünftigen Lehrern persönliche interkulturelle Erfahrungen und den Blick über den nationalen Tellerrand ermöglichen. Einer der Kooperationspartner ist die Universität der Pädagogischen Wissenschaften in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Foto: obx-news/Universität Passau
Wissenschaftler der kubanischen Universidad de Ciencias Pedagogicas waren jetzt in Passau zu Gast. Foto: obx-news/Universität Passau
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